Die neue Privatheit in der Öffentlichkeit

9. Juli 2010

Und es gibt sie doch: Die neu Privatheit in der Öffentlichkeit. Vielleicht sogar wegen der neuen Offenheit und den Segnungen des Web 2.0 mit seinen Blogs, Zwitschereien, Wikis und nicht zuletzt Social Networks. Was meine ich damit? Ich schreibe diesen Blogbeitrag, wohlwissend, dass ich bislang nur einen(!) regelmäßigen Leser habe – vielleicht liest aber auch nicht einmal wirklich. Ich schreibe also vielleicht doch eher für mich mit dem schönen Gefühl, etwas World-Wide gesagt zu haben. Weil ja immerhin die Möglichkeit besteht, dass meine Beiträge von jedem Menschen gelesen werden könnten.

Ist nicht gerade die neue Flut von Informationen dafür verantwortlich, dass meine Beiträge unbeachtet bleiben im großen Fluss? Der Long Tail ist nunmal sehr lang und irgendwo am Ende des Schwanzes bleibt auch noch ein Plätzchen für meine Beiträge. Würde Informationsmangel herrschen, wäre das vielleicht ganz anders. Gerade wegen der ungeheuren Informationsmasse kann ich also ganz öffentlich meine Privatheit pflegen.

Die andere Seite

Als Koordinator eines E-Learning-Projektes im Themenfeld E-Lectures muss ich oft Überzeugungsarbeit leisten und höre meist auch in diesem Feld die immer gleichen Argumente (siehe mein letztes Posting). Immer wieder vorgebracht wird: „Ich will aber nicht auf YouTube landen!„, die betreffenden Lehrenden sehen sich bereits vor ihrem geistigen Auge mit einem Versprecher millionenfach durch den Kakao gezogen – welch Balamage das wohl wäre. Abgesehen davon, dass sie die Handy-Filmer vergessen und auch, dass dieses Phänomen im universitären Bereich nach meiner Recherche bislang unbekannt ist (ich weise immer auf die rechtlichen Folgen für den Veröffentlicher hin), wird sich schlicht und einfach kein Mensch dafür interessieren. Technisch gesehen werden die produzierten E-Lectures ohnehin in einem geschützten Bereich abgelegt und stehen auch dort nicht zum Download-Bereich zur Verfügung und sind nur mit allerlei technischen Tricks überhaupt konservierbar.

Noch einmal: Zur Bedeutuungslosigkeit für eine große Öffentlichkeit kommen der fehlende Zugriff, die hohen technischen Hürden und die rechtlichen Konsequenzen für den Bösewicht. Das alles zusammen senkt die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des YouTube-Ereignisses schätzungsweise noch unter die Warscheinlichkeit von sechs Richtigen mit Zusatzzahl (die immerhin werden regelmäßig auch getroffen).

Tja und doch kenne auch ich das: Ist der Jackpott mal wieder prall gefüllt, kommt es alle 3-4 Jahre einmal vor, dass ich doch Lotto spiele. Und bei der Ziehung der Lottozahlen sitzte ich dann ganz aufgeregt da und fühle meine große Stunde. Die Ernüchterung nach jeder gezogenen Kugel läßt mich dann immerhin bewußt werden, dass ich mich nicht zu wichtig nehmen sollte.



Pro und Kontra E-Learning – Argumente oder Einstellungen?

6. Juli 2010

Das wohl alle kennen, die sich mit E-Learning auseinandersetzen: Manche Menschen lassen sich selbst mit den  überzeugendsten Argumenten (z.B. der Unabhängigkeit von Zeit und Ort) und Gegenargumenten nicht von ihrer in unseren Augen sturen Meinung zum Thema abbringen. Es werden die immer gleichen und schon hundertfach gehörten Meinungen, Ängste und Vorbehalte gebracht, die ich schon lange auf einer Liste mit den natürlich noch besseren Erwiderungen sammle.

Und dann war da neulich dieser geniale Vortrag von Peter Kruse auf der re:publica 2010, der mir deutlich zeigte, dass diese Pro und Contra-Diskussionen ziemlich sinnlos sind, da es um viel grundlegendere Einstellungen -Kruse nennt sie Glaubensfragen- geht. Und da hat er in seiner Forschung ziemlich genau diese beiden Gruppen identifizieren (die Digital Visitors vs. Digital Residents) können – es ist auch nicht eine Frage des Alters, also einer Net-Generation etwa. Beise Gruppen diskutieren sich demnach die Köpfe in scheinbar auf sachlicher Ebene geführten Talkrunden heiß, ohne auch nur die geringsten Hoffnung auf eine Verständigung haben zu können. Dank Kruse kann ich das Ganze nun deutlich gelassener sehen.

Vielleicht sollte ich meine Liste auch einfach einmal mit zu einem solchen Gespräch nehmen, gebe diese meinen Kontrahenten, schlage vor, dass diese den Pro-Teil einfach abreißen und die Contra-Argumente vortragen (da findet man sicher auch noch viel Neues) und ich mache mir die Pro-Argumente zu eigen. Dann wäre zumindest viel Zeit gespart.

Dieses Anheben auf die Metaebene durch diesen etwas abstrusen Vorschlag (sicher gibt es auch noch cleverere Varianten) könnte dann vielleicht doch noch zu einem echten Austausch der Einstellungen führen, denn nur dieser beinhaltet eine -wenn auch geringe- Chance auf Veränderung.


Jahresrückblick E-Demokratie 2009

12. Januar 2010

Unter dem Titel „E-Demokratie im Jahresrückblick 2009“ bietet Christian Heise bei E-Demokratie.org eine lesenswerte Zusammenfassung der relevanten Ereignisse des vergangenen Jahres:

http://bit.ly/68au2a


Faszinierend: Bildung hacken!

1. April 2009

Ein unglaublich radikaler und faszinierender Gedanke, der auf wwweblernen formuliert wird:

Hacking Education: Die Bildung “hacken”

Der Blogbeitrag ist zentraler Ausgangspunkt für den Ansatz „Bildung neu denken“ im Zeitalter von Web2.0.
So faszinierend, dass ich mich gleich im zugehörigen WIKI (http://wwweblern.pbwiki.com/) angemeldet habe.


Einsicht des Tages

8. März 2009

„Web 2.0 is an attitude not a technology –
This means there is no technological revolution,
it’s a social revolution.“

Stephen Downes „e-Learning 2.0“, 2005

(Quelle: e-Learning Blog)


Ideen zur Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise?

7. März 2009

Vielleicht wissen ja die Bürgerinnen und Bürger einen Ausweg aus der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Dies zumindest erhofft sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit ihrem blogfraktion.de (http://blogfraktion.de) – bislang mit eher wenig Resonanz, aber das muss ja nicht so bleiben.

„Die Erkenntnisse aus Beiträgen und Kommentaren fließen in unsere parlamentarische Arbeit ein“ verspricht die CDU/CSU im Blog. Aus meiner Sicht ist dies ein interessanter Versuch in Richtung eDemokratie, bin sehr gespannt was die Fraktion tatsächlich daraus macht – und ob diese Form der Bürgerbeteiligung eine ernstzunehmende Möglichkeit für mehr Demokratie darstellt.

Also: Wer hat Ideen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise? Los geht’s!


Meine Entdeckung des Tages: Prof. Peter Kruse

6. März 2009

Wer ist Prof. Peter Kruse?

http://www.nextpractice.de/unternehmen/prof-dr-peter-kruse/zur-person/vita/

Videostatements

Prof. Peter Kruse über Kreativität

Video-Interview für SCOPE_08

Kollektive Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft, die Notwendigkeit der Lösung des Semantikproblems, Wertediskurse in Politik und Gesellschaft und vieles mehr.
Lutz Berger und Ulrike Reinhard im Video-Interview mit Prof. Dr. Peter Kruse für SCOPE_08:
http://www.youtube.com/view_play_list?p=6F8B805C5213A40B

Alle Videos

http://www.nextpractice.de/unternehmen/prof-dr-peter-kruse/zur-person/video-statements/

Das Unternehmen

http://www.nextpractice.de/

nextpractice-Broschüre (470 kB)